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Mo Asumang – „Die Arier“

Botschafterin gegen Rassismus beeindruckte im Schulzentrum Hoya

Am Montag, den 31.10.2016 las Mo Asumang 170 Schüler/-innen in der Aula des Schulzentrums in der 3. und 4. Stunde die ersten Seiten aus ihrem Buch „Die Arier“ vor, zeigte danach die 45-minütige Kurzversion des Films und beantwortete anschließend die Fragen der Schüler/-innen.

Lesung Mo AsumangAnwesend waren der komplette 8. Jahrgang der OBS-Hoya, sowie die 9. Klassen aus dem HS-Zweig und zwei Fachleistungskurse des Johan-Beckmann-Gymnasiums. Beide Schulen tragen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC).

„Auf die Idee, Mo Asumang in unsere Schule einzuladen, hat uns Rudi Klemm gebracht“, so Frau Landes. Herr Klemm gehört zum Weser-Aller-Bündnis – kurz WABE: Es engagiert sich für Demokratie und Zivilcourage. Es ist ein interkommunales Netzwerk der Landkreise und Städte Nienburg und Verden. WABE ermöglicht es auch, den Eintritt gering zu halten, da es die Kosten dieses Events zur Hälfte trägt.

Weil ihre Mitglieder der „Marion-Blumenthal-AG“ der OBS Hoya im 9. Jahrgang des RS-Zweiges sind und gerade das Schülerpraktikum absolvieren, begrüßte Frau Landes als Stellvertreterin dieser AG, die sie mit Frau Gieße-Claus leitet, Mo Asumang als Botschafterin gegen Rassismus. Zudem gratulierte sie Mo zu ihrem Orden, den sie für ihr Engagement gerade erst – nämlich Anfang Oktober - von der Stadt Berlin erhalten hat. Frau Landes meinte, es erschüttert, dass der Rassismus wieder an Fahrt aufgenommen hat. Und so sollte mit diesem Event ein Zeichen gesetzt werden. Sie appellierte an alle Anwesenden: „Lasst uns unsere Schulen als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ leben.“

Die AG und auch viele ältere Schüler/-innen haben bereits in den letzten drei Jahren einen oder beide Filme „Roots Germania“  und „Die Arier“  von Mo Asumang im Filmhof  Hoya mit ihr gesehen. Daher sollte der 10. Jahrgang nicht mehr dabei sein. In ihren Filmen stellt sich Mo als Betroffene ihrer Angst und geht mutig mit Rassisten ins Gespräch. Das beeindruckt! Und so waren auch an diesem Tag die Gespräche mit ihr im Anschluss an den Film wieder ein besonderes Erlebnis.  

Lesung Mo AsumangAuf die Frage, ob Mo als Kind auch schon rassistische Übergriffe erlebt habe, antwortete Mo, dass sie in ihrem Umfeld von ihren Freunden viel Schutz erfahren habe. Aber außerhalb, da gab es oft schon die kleinen Übergriffe, die ihr ständig wiederfuhren und ihr das Gefühl gaben, irgendwie nicht dazu zu gehören. Ständig wurde sie gefragt, wo sie herkomme und dass sie ja so gut Deutsch spreche. Dabei ist Mo in Kassel geboren und aufgewachsen, aber ihr Vater kommt aus Ghana. Trotzdem hieß es dann meist, ach du kommst aus Ghana.

Auf eine weitere Schülernachfrage, warum die Menschen so seien, erwiderte Mo, dass das von dem Umfeld abhinge. In Berlin Kreuzberg, wo sie jetzt lebt, sei alles gemischt, da funktioniere Rassismus nicht, aber in Gegenden mit fast Null Migrationsgeschichte, dort schon. Dort werde viel gehetzt, die Leute haben Angst vor Migranten und man habe keinen Nachbarn mit Migrationshintergrund, um die Hetzen zu überprüfen. In diesem Zusammenhang zitierte Mo die Bundes-, sowie Landes- und Fraktionsvorsitzende in Sachsen Dr. Frauke Petry (AfD): „Wir brauchen die Ängstlichen.“  Natürlich sei Angst normal und auch berechtigt, doch müsse man genau abwägen, so Mo.

Eine Schülerin kam auf den Film „Die Arier“ zurück und fragte, ob Mo denn Angst gehabt hätte, als sie die Demos der Nazis besucht hatte. Natürlich habe es Situationen gegeben, bei denen sie sich bedroht gefühlt habe, so rannten einige auf sie zu und stoppten abrupt vor ihr. Aber weil ihr Kamerateam aus zwei großgewachsenen blonden Frauen mit blauen Augen bestand, machten die Nazis einen Unterschied. Das war anders, als sie mit einem männlichen Kameramann ein Nazi-Rockkonzert besuchte, das zu 80% männliche Besucher hatte. Ihm drückte ein Nazi seine Kamera ins Gesicht und man warf mit Bierflaschen nach ihnen. Auch schmiss jemand Mo einen Cent vor die Füße mit den Worten: „Guten Heimflug!“ Darauf scherzte Mo: „Ich hätte ihm sagen müssen, damit komme ich aber nicht weit,“ und hatte die Lacher auf ihrer Seite.  Sie erzählte auch, dass sie dort ausharrte, sich viel zu Essen bestellte und die Männer nach einer Lesung Mo AsumangWeile immer ruhiger wurden. Irgendwann kam ein Nazi auf sie zu und wollte mit ihr ein Selfie machen, dann kamen immer mehr und da brach langsam die Angst weg. Mo ergänzte, Bombardieren mit Lächeln hätte auch geholfen. Einem Nazi, der krampfhaft versucht hätte, nicht zu lachen, entglitt doch ein „Hihi“ und da wurde er von einem Kumpel weggezogen. Naja warum eigentlich? Dies sei doch klar, sie dürften halt nicht mit ihr reden, sonst wären sie ja keine Mitläufer mehr. In diesem Zusammenhang erwähnte sie auch den Aussteiger Christoph Sorge, den sie beim Abdrehen des Filmes begleitete und der ihr inzwischen ein guter Freund wurde. Früher wollte sie die Welt verändern, doch heute genüge ihr ein Mensch wie Chris. Darauf sei sie besonders stolz.

Nach noch weiteren interessanten Fragen gab Mo den Schülerinnen und Schülern eine wichtige Botschaft mit: „ Wenn du alleine vor einem Rassisten stehst, musst du Fragen stellen und offen bleiben.“ Viele der Schüler/-innen waren so fasziniert von Mo, dass sie sogar den Pausengong überhörten und in kleinen Gruppen zu ihr nach vorne gingen.

Von: Petra Landes Realschullehrerin an der OBS Hoya Projektleiterin SOR-SMC 31.10.2016

Meldung vom 06.11.2016


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